Presse

Oktober 2015

Pressemeldung 20.10.2015 in der HAZ:

Sterbende begleiten lernen

Hannover. Der Ambulante Palliativ- und Hospizdienst Hannover (APHD) setzt in der Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen und bei der Betreuung ihrer Angehörigen auf ehrenamtliche Helferinnen und Helfern. Diese werden vom APHD speziell für diese Aufgabe vorbereitet und ausgebildet. Das geschieht in einem mehrmonatigen Kurs, der von erfahrenen Expertinnen des APHD geleitet wird.

Am Montag, den 05.11.2015 lädt der APHD in der Zeit von 19:00 bis 21:30 Uhr ein, mehr über die Inhalte und die Struktur des Befähigungskurses zu erfahren. Das Treffen findet im Gemeindesaal der Nazareth Gemeinde in der Sallstraße 57 in 30171 Hannover statt.

Weitere Informationen und Kontakt:

Ambulanter Palliativ- und Hospizdienst Hannover

Telefon: 0511 1317-111

E-Mail: info@aphd.de 

oder unter www.palliativ-und-hospizdienst-hannover.de

 

September 2015

Link zum Artikel der Autorin Ilka Piepgras im Zeit Magazin Nr. 35 vom September 2015:

http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/35/sterben-ausbildung-sterbebegleitung

April 2015

Veröffentlichung in der Verlagsbeilage TRAUER der HAZ und NP im April 2015

Beilage Trauer

Februar / März 2015

Presseveröffentlichungen zur Ausstellung 'Ich begleite dich' und dem

Benefizkonzert der Pianistin Johanna Doll:Johanna Doll

 

Interhyp

 

Südstadt Gemeinde

Veröffentlichung im Gemeindemagazin der Südstadtgemeinde

 

Oktober 2014

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Artikel in der Evangelischen Zeitung veröffentlicht: 12.10.2014 - Von Stefan Korinth

Artikel ez

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Artikel in der HAZ veröffentlicht: Mittwoch, 08.10.2014 21:40 Uhr - Von Veronika Thomas

„Ich habe Angst hoch zehn“

Am Donnerstag startet die zweite Regionale Hospizwoche. Rund 580 Ehrenamtliche in der Region begleiten schwerkranke Patienten. Eine davon ist Bianca Jäkel.

                                       

             Bianca Jäkel mit Ihrem ehrenamtlichen Betreuer Oswald Schmitt          Quelle: Rainer Surrey

Hannover

Bianca Jäkel hat den Zuckerkuchen in Häppchen geschnitten und zwei Kaffeetassen bereitgestellt. Gleich kommt Herr Schmitt, wie jede Woche. Mal für eine Stunde, mal länger. Mit ihm kann die 45-Jährige über all das sprechen, worüber sie mit ihrer Familie nicht reden mag, weil sie die nicht zu sehr mit ihren Problemen belasten will. „Manchmal brennt halt die Seele durch.“ Die Köchin ist unheilbar an Krebs erkrankt, seit Februar wird sie von Oswald Schmitt, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Ambulanten Palliativ- und Hospizdienstes der Diakoniestationen Hannover (APHD), begleitet.

„Bei meiner Familie versuche ich, so normal wie möglich zu sein“, erzählt die alleinlebende Mutter einer erwachsenen Tochter. „Da möchte ich nicht nur Negatives erzählen.“ Die schwierigen Gespräche, in denen sie sich ihre Todesangst und Alpträume von der Seele reden kann, hebt sie sich für Oswald Schmitt auf. „Das hilft mir sehr“, sagt sie. Der 50-Jährige absolvierte vor fünf Jahren einen Kursus zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter. „Sterben ist ein Tabuthema, es wird überall verdrängt. Dabei gehört es doch zum Leben dazu“, sagt der zweifache Vater.

Seit 2010 hat er fünf todkranke Menschen während der letzten Wochen und Monate ihres Lebens begleitet. Er hat ihnen zugehört, Besorgungen erledigt, ist mit ihnen spazieren gegangen. Mehr möchte er nicht erzählen. „Das, was dort zur Sprache kommt, bleibt unter uns.“ Mit Bianca Jäkel geht er hin und wieder Eis essen, und wenn es ihr schlecht geht, kauft er für sie ein. „Sie kann mich immer anrufen. Ich bin ja da“, sagt der selbstständige Zimmermann. Oswald Schmitt ist einer von rund 580 Ehrenamtlichen in der Region, die im vergangenen Jahr bei zwölf ambulanten Hospizdiensten und -vereinen fast 850 Schwerstkranke begleitet haben. Neben dem APHD bieten im Stadtgebiet noch die Johanniter, Malteser und das Diakoniewerk Kirchröder Turm Begleitungen an. Im Umland sind es acht Begleitdienste, darunter einer für Kinder und Jugendliche.

Mit zahlreichen Veranstaltungen während der zweiten Hospizwoche in der Region vom 9. bis 17. Oktober wollen die Einrichtungen über die Möglichkeiten der ambulanten Versorgung Schwerstkranker und Sterbender informieren. „In Hannover gibt es drei stationäre Hospize mit insgesamt 24 Plätzen“, sagt Ulrike Struwe, hauptamtliche Koordinatorin beim APHD. Für die Region sei das eine gute Quote. „Doch die meisten der schwerstkranken Patienten möchten nach Möglichkeit zu Hause sterben.“ Deshalb sei die ehrenamtliche Betreuung ebenfalls wichtig. Die Hospizbetreuer kommen aus fast allen Alters- und Berufsgruppen. Meistens wird ein fester Besuchstermin pro Woche verabredet. Während ihres zehn- bis zwölfmonatigen Befähigungskurses müssen sich die Ehrenamtlichen intensiv mit den Themen Sterben und Tod, dem Umgang mit ihren eigenen Grenzen und ihrer Ohnmacht auseinandersetzen - durch Gespräche, Selbstreflexion, Rollenspiele. In einer Praktikumsphase besuchen sie eine Palliativstation, einen Bestatter und nehmen an ersten Begleitungen teil. Zum Training gehört auch aufmerksames Zuhören und Hinschauen. „Ehrenamtliche müssen lernen, sich selbst zurückzunehmen“, sagt Koordinatorin Struwe. „Wir gehen nicht mit der Fahne vorweg und sagen wo es langgeht.“ Eine Begleitung endet nicht automatisch mit dem Tod des Patienten, viele Angehörige wünschten sich auch danach noch unterstützende Gespräche - wenigstens eine Zeit lang.

„Ich habe mir einen männlichen Begleiter gewünscht“, erzählt Bianca Jäkel. Schon während ihres Berufslebens hat sie lieber mit zehn Männern als mit zwei Frauen zusammengearbeitet. Oswald Schmitt, den sie siezt und er sie, hat sie von Anfang an sympathisch gefunden. Als sie während ihres Krankenhausaufenthalts vom Angebot der Begleitung erfuhr, dachte sie, so etwas sei noch viel zu früh für sie. Im September 2013 war bei ihr Nierenkrebs festgestellt worden. Vor einem Jahr wurde ihr eine Niere entfernt, da hatte der Krebs schon Metastasen in den Knochen gebildet.

Inzwischen erhält sie dauerhaft Chemotherapie und Infusionen zur Stabilisierung ihrer Knochen. Man merkt ihr nicht an, wie krank sie wirklich ist, stünde in ihrem Wohnzimmer nicht ein Tablett randvoll mit Medikamenten. „Wir reden hier nicht mehr über zehn oder 15 Jahre“, sagt Frau Jäkel tapfer. Zur Ruhe kommt sie jetzt sowieso noch nicht. Gerade hat sie den Bescheid über ihre Erwerbsunfähigkeitsrente erhalten, die Krankenversicherung aber zahlt keinen Cent mehr. Jetzt weiß sie nicht, wovon sie in den nächsten Wochen leben soll. „Jeder Tag ist ein Kampf“, sagt sie mit leiser, stockender Stimme. „Und ich habe Angst hoch zehn.“ Gut, dass es Oswald Schmitt in ihrem Leben gibt.

Weitere Informationen zur Pallitiv- und Hospizversorgung in der Region unter

www.palliativ-und-hospizdienst-hannover.de

 

August 2014

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Trauer-Treff und Trauergruppe in Nazareth

Trauertreffen

 

02. August 2013
Wechsel an der Spitze des HospizDienstes

Mareile Preuschhof übergibt Leitung an Heike Metje

Wie kaum ein anderer Name ist der von Mareile Preuschhof mit dem Ambulanten Palliativ- und HospizDienstes Hannover verknüpft. Fast 22 Jahre begleitete sie das Werden und Wirken dieser Einrichtung. Jetzt neigt sich diese Ära, denn zum 31. August wird Mareile Preuschhof die Leitung nach knapp 13 Jahren abgeben. Die 52-Jährige hat sich noch einmal neue Ziele gesteckt: In den vergangenen drei Jahren hat sie berufsbegleitend Theologie studiert und ihre Magister-Prüfung bestanden. An der Oberweser tritt sie nun zum 1. September als Vikarin in der Gemeinde der Klosterkirche Lippoldsberg ihren Dienst an. Nachfolgerin wird Heike Metje, die seit 2004 zum Team gehört und seit vielen Jahren als stellvertretende Leiterin Verantwortung trägt.

Bereits seit Dezember 1992 existiert der Ambulante HospizDienst in Hannover. Gemeinsam mit ihrem Vorgänger Frank Weiberg hatte Mareile Preuschhof damals für dieses Projekt geplant, geworben und gekämpft. Unter dem Dach des Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbandes wurde es schließlich realisiert. Der HospizDienst etablierte sich schnell mit seinem ambulanten Angebot der Begleitung von Schwerkranken, Sterbenden und deren Angehörigen. Im Oktober 2000 übernahm Mareile Preuschhof die Leitung von Frank Weiberg, knapp drei Jahre später folgte die Erweiterung zum Ambulanten Palliativ- und HospizDienst, der inzwischen in der Trägerschaft der Diakoniestationen mit ihnen gemeinsam neben der Nazarethkirche an der Saalstraße sein Domizil hat. Acht hauptamtliche und rund 100 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen jährlich zwischen 250 und 300 Begleitungen, davon circa 80 gleichzeitig.

„Fortbildungen im Bereich der geistlichen Begleitung waren für mich der Auslöser, tiefer in die Theologie eindringen zu wollen“, erläutert die scheidende Leiterin ihre Beweggründe. Zugleich habe sie den Wunsch verspürt, „vor dem Ruhestand noch einmal etwas neues machen zu wollen“. Das Theologiestudium („vorwiegend am eigenen Schreibtisch“) habe diese Strömungen gut aufgefangen und findet sich auf einer Linie mit den bisherigen Aufgaben. „Die Hospizarbeit hat mein Leben sehr geprägt. Meine religiöse Haltung hat sich verändert und sehr vertieft“, stellt die gelernte Hebamme und Diplom-Sozialpädagogin fest. In Lippoldsberg warten jetzt neue Herausforderungen auf die zweifache Mutter, deren Töchter inzwischen weitgehend auf eigenen Füssen stehen. „Vieles wird für mich völlig neu sein, aber ich denke, dass ich in einem Teilbereich meiner Aufgaben sehr von der bisherigen Arbeit profitieren kann.“

Mit Heike Metje übernimmt eine ebenso erfahrene wie versierte Mitarbeiterin die Leitung. Die examinierte Krankenschwester mit der Zusatzausbildung „Palliative Care“ und einer Spezialausbildung für die Betreuung sterbender Patienten ist ein Jahr jünger als ihre Vorgängerin und leitet seit 2009 den Palliativ-Bereich des Dienstes. Bereits seit 2006 kümmert sie sich unter anderem auch leitend um die Aus- und Fortbildung der ehrenamtlich Mitarbeitenden.

In einem Gottesdienst in der Lindener St. Martinskirche wurde Mareile Preuschhof bereits am Freitag, dem 2. August, ab 16 Uhr, verabschiedet. Die Predigt hielt der ehemalige Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann. Die Liturgie gestaltete Superintendent Thomas Höflich, der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Diakoniestationen.