Hospiz macht Schule

Anfang Mai 2014 haben 4 Ehrenamtliche und Ute Küßner aus dem Hauptamtlichenteam die Schulung für das Projekt Hospiz macht Schule bei der Bundes-Hospiz-Akademie gemacht. Das Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, durch eine Woche Projektunterricht an Grundschulen gerade Kinder mit dem Thema "Tod und Sterben" nicht allein zu lassen.
Kinder kommen, ob wir es wollen oder nicht, mit Tod und Sterben in Kontakt, leidvolle Erfahrungen können wir Erwachsene ihnen nicht ersparen. Die Frage ist nur, ob wir ihnen hilfreiche Begleiter auf diesem Weg sein wollen. In der 3. und 4. Klasse haben Kinder ein erstes eigenes Verständnis davon, was es heißt, tot zu sein, nicht mehr da sein. Das Projekt Hospiz macht Schule orientiert sich am Tempo und den Fragen der Kinder, deren Erfahrungswelten stehen im Mittelpunkt.
Sechs geschulte Ehrenamtliche begleiten eine Schulklasse eine komplette Woche. Die Durchführung beinhaltet somit einen großen Arbeitsaufwand mit Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. Die eigene Gefühlswelt zu reflektieren und Wege des Trostes zu finden, ist der präventive und nachhaltige Charakter des Projekts, der diesen hohen Aufwand rechttfertigt.

Unsere erste Projektwoche - als Kooperationsprojekt mit drei weiteren Diensten - hat in der Grundschule Godshorn vom 16.02.- 20.02.2015 stattgefunden. Dabei waren 22 Kinder einer dritten Klasse aus unterschiedlichen Kulturen, zum Teil mit sehr geringen Deutschkenntnissen – eine echte Herausforderung. Die sieben Ehrenamtlichen sowie ich als Hauptamtliche, wir haben uns den Fragen der Kinder gestellt – „Wie seid Ihr eigentlich auf das Projekt gekommen?“ „Kann meine eigene Krankheit geheilt werden?“; Fingerspitzengefühl, Spontanität und Improvisationstalent waren gefragt. Mit einem erstaunlichen Vertrauen begegneten uns die Kinder, und die Lehrerin konnte ihre Schützlinge noch einmal ganz neu kennenlernen. Zum Abschlussfest kamen mehr Eltern als auf manch einem Elternabend. Nicht nur mit den Kindern auch mit den Erwachsenen waren wir im Gespräch und die anfängliche Skepsis ist gewichen und das Zutrauen in die Kinder ist gewachsen.

Die zweite Projektwoche in einer dritten Klasse der Grundschule FESH vom 28.09.-02.10.2015, wieder als Kooperation von vier Hospizdiensten, liegt hinter uns. Die Erfahrung zeigt, dass im Laufe der Woche etwas mit den Kindern passiert. Sie lassen sich immer mehr auf uns und das Thema ein. Gespräche finden nicht nur in der Schule, sondern auch zwischen Kindern und Eltern statt. Da wurde auch mal Zuhause geweint, wie eine Mutter am Abschlussfest berichtete: „…das war gut, da konnte meine Tochter Trauer zulassen, das hatte eine reinigende Wirkung“.  So haben wir die Woche wieder als gelungen erlebt und freuen uns auf weitere.

Den Effekt, den ein solches Projekt für die Klassengemeinschaft haben wird, der zeigt sich erst später, aber wir bleiben im Kontakt und sind gespannt auf neue Projekte.

                           HmS2                                HmS2  

Wenn Sie sich für „Hospiz macht Schule interessieren, finden Sie weitere Informationen unter www.hospizmachtschule.de