Befähigungskurs für die ehrenamtliche Mitarbeit

Zur Ausbildung für die ehrenamtliche Mitarbeit beim Ambulanten Palliativ- und HospizDienst bieten wir Interessierten jährlich einen Befähigungskurs an, der ca. zehn Monate dauert.
Teilnehmen können Menschen, die

  • fähig zur Selbstreflexion sind,
  • offen sind für spirituelle Fragen,
  • anderen, „fremden“ Lebensentwürfen offen und mit Respekt begegnen,
  • die fähig sind, eigene Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren
  • und die in einer Gruppe mitarbeiten können.
Befähigungskurs für die ehrenamtliche Mitarbeit

Verpflichtend sind vor Kursbeginn:

  • die Teilnahme am Informationsabend,
  • das Ausfüllen eines persönlichen Fragebogens,
  • ein Auswahlgespräch.


Die Erfahrung hat gelehrt, dass Menschen, die selber in einer akuten Krise stehen oder die eine/n Nahestehende/n vor weniger als einem Jahr verloren haben, nicht an diesem Kurs teilnehmen sollten. Der eigene Prozess der Trauer steht hier meist noch im Vordergrund.
Zum Konzept des Kurses gehört ein stark selbsterfahrungsorientiertes Lernen in der Gruppe. Ein klarer Blick auf die eigene Person mit ihren Fähigkeiten und Begrenzungen hilft, sensibler zu werden für den Kontakt mit einem Gegenüber. Ein wesentliches Ziel ist das Einüben einer hilfreichen Haltung des Begleitens, der einfühlsamen Gesprächsführung und der Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit (Grundkurs).

In der Praktikumsphase übernehmen die Teilnehmenden erste eigenständige Begleitungen, reflektieren sie in der Gruppe und haben in einem Trauerseminar Gelegenheit, eigene unbearbeitete Erlebnisse des Verlustes unter professioneller Anleitung zu reflektieren.


Im 3. Teil des Kurses, dem Vertiefungskurs, liegt der Schwerpunkt auf dem Erarbeiten einer eigenen spirituellen Haltung in der Sterbebegleitung, im Kennenlernen christlicher Rituale und Zeichen - am eigenen Leib wird erfahren, wie sie wirken.


Nach Beenden des Kurses entscheiden die Teilnehmerinnen gemeinsam mit den Kursleiterinnen, ob sie sich zu einer Mitarbeit entschließen und verpflichten wollen. Nach dem Kurs bekommen sie einen Platz in einer ständigen Begleitgruppe, um den Herausforderungen der Betreuung Schwerstkranker angemessen zu begegnen und sich selbst zu entlasten.

Kosten:

Der Eigenbeitrag der Teilnehmerinnen zum Kurs beträgt 155,- €. Darin enthalten sind auch die Kosten für Unterbringung und Verpflegung am letzten Wochenende. Ermäßigungen und Ratenzahlung ist in Einzelfällen möglich.
Zukünftige Ehrenamtliche verpflichten sich, nach dem Abschluss ihrer Ausbildung mindestens ein Jahr ehrenamtlich beim APHD tätig zu sein. Andererseits behält sich der APHD eine Rückforderung des subventionierten Teils der Kursgebühren (entspricht 150,-€) vor.

Kontakt / Termine:

Der Kurs 2018 startet Ende Januar - das Anmeldeverfahren für diesen Kurs ist aktuell abgeschlossen.

Interessierte für den Kurs 2019 haben ab sofort die Möglichkeit, sich hier in die Liste der Interessierten einzutragen oder ihre Kontaktdaten bei uns im Büro zu hinterlassen. Sie bekommen dann auf Wunsch Informationen zugesandt und erhalten im Herbst diesen Jahres automatisch die Einladung zum Informationsabend, der im November stattfinden wird.

Fragen zur ehrenamtlichen Mitarbeit und insbesondere zum Befähigungskurs beantworten Ihnen gern Heike Metje und Sandra Deike, Telefon: 0511 - 909 27 7700.

 

Ein Rückblick zum Kurs 2016

„Sterbebegleitung für Anfänger“

Der Vorbereitungskurs für Ehrenamtliche 2016 ist erfolgreich abgeschlossen.

Ein Rückblick…

Knapp ein Jahr ist es her, seitdem wir uns im November 2015 das erste Mal auf der Informationsveranstaltung zur ehrenamtlichen ambulanten Hospiz-Arbeit trafen. Fremd waren wir uns, neugierig, was uns erwartet, neugierig auch, welche Leute man wohl antreffen würde. Ich kann mich noch erinnern, wie erstaunt ich war, dass auch so junge Menschen an dieser Arbeit interessiert waren.

Die ersten „Hürden“, wie unser „Casting“ ( Auswahlgespräche) wurden genommen. So begann am 05. Februar unser gemeinsamer Weg.

Schon am Einführungswochenende wurde deutlich, dass sich eine besondere Art Mensch für die Hospizarbeit interessiert. Sechzehn motivierte Menschen trafen hier aufeinander: Männer und Frauen; deutscher, türkischer und ukrainischer Abstammung, von 22 bis 65 Jahren, Moslems, Buddhisten,Christen und Atheisten - was für ein buntes Gemisch. Das gegenseitige Kennenlernen wurde uns durch Heike und Sandra leicht gemacht. Schnell kamen wir ins Gespräch, lachten miteinander, hörten einander zu, sahen uns an und erkannten, was für wunderbare Menschen hier zusammen gefunden haben. Gemeinsam erarbeiteten wir uns Schritt für Schritt die Grundlagen für ein gutes Miteinander und einen guten Umgang mit sterbenden Menschen und deren Angehörigen.

Dem Trauerwochenende unter der Leitung von Regina und Elke wurde ein wenig mit Bangen entgegen gesehen: Was sollte auf uns zukommen? Waren wir gewappnet? Wollten wir uns der Trauer stellen? Selten habe ich so viel Lachen und Weinen nebeneinander erlebt. Wir haben uns gezeigt, wurden von anderen berührt und angenommen. Fröhlichkeit und Lachen hatten ebenso Ihren Platz, wie Trauer und Tränen. Ich glaube, ich stehe nicht alleine da , wenn ich behaupte, dass die Gruppe an diesen Wochenende zur echten Gemeinschaft geworden ist.

Die Wochen, die folgten waren voll von Inhalt, Begegnungen, Denkanstössen und liebevoller Begleitung von unseren Kursleiterinnen. Heike, Sandra und Elke möchte ich auch an dieser Stelle noch mal unseren besonderen Dank aussprechen. Die Atmosphäre des Getragen Werdens, der gegenseitigen Wertschätzung, der Offenheit und der Fröhlichkeit, hat uns durch den ganzen Kurs begleitet, so dass wir auch gut gerüstet in unser Praktikum starten konnten.

Wie schön war das Wiedersehen nach der Praktikumszeit, wie wichtig der Austausch… Unser Abschlusswochenende fand in Loccum statt, in schöner Umgebung, hoch emotional und unendlich lebendig - und ein bisschen wehmütig, da nun unsere Gruppe bald auseinander gehen würde.

Wir haben unseren Vorbereitungskurs im September abgeschlossen, sind einen ereignisreichen Weg zusammen gegangen, haben tolle Menschen kennen und schätzen gelernt und sind alle ein Stück miteinander gewachsen. Wow, was für ein Ritt!

Wir sind inzwischen herzlich in unseren neuen Gruppen aufgenommen worden, aber unsere „alte“ Gruppe trifft sich weiterhin.

Für mich war die Teilnahme an diesem Kurs eine der besten Entscheidungen, die ich jemals getroffen habe. Vielen Dank an alle, die diese Erfahrungen möglich machten.

Sabine Schneider, Kursteilnehmerin 2016

Teilnehmer/innen und Leitung Kurs 2016

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